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Die Geschichte des Bajass


 

Der Bajass ist die Gestalt eines Spaßmachers, dem man von weitem schon ansieht, daß sein Wiege nicht in den rauen Regionen des Schwarzwaldes zu suchen ist. In seinem Gewand gleicht er einem Harlekin. Die langen Ohren seiner Kappe sind zu Hörnern erstarrt. Sein Kleid ist allum mit klingenden Schellen besetzt. Als Narrenschwert trägt er eine Pritsche.

Alte Waldkircher wie August Hug geb. 1848 und Dr. Richard Vetter geb 1870, die sich noch lebhaft an den Bajass und seinen gleich-närrischen Bruder, den Hanswurst, erinnerten und sie noch in der Waldkircher Fasnet miterlebten, wussten viel von diesen Fasnachtsgestallten zu erzählen. Dr. Vetter trug selbst noch als Kind einen Bajaß. 

Die im 17.Jahrhundert aus Savoyen, hauptsächlich aus Sallanches, in Waldkirch eingewanderten Händler waren nicht nur gute Geschäftsleute, sondern pflegten in ihrer neuen Heimat auch ihre hergebrachten Sitten und Bräuche. Diese zeigten deutliche Merkmale des angeborenen südlichen Naturells, wodurch die Fasnacht Impulse bekam, die sie hie und da sogar in eine gewisse Nähe zur Commedia del`arte rückten. 

Auf einer Fotografie aus dem Jahre 1897 sehen wir einen Bajass, dessen Kappe zwei Zipfel hatte, einen nach vorne und einen nach hinten gerichtet. Das einzige noch erhaltene Bajasskostüm, das sich im Elztäler - Heimatmuseum befindet, zeigt die Stadtfarben blau-gelb gestreift. Es ist gezaddelt und reich mit Silberborden und Glöcklein besetzt. Eine ebenfalls noch erhaltene Kappe gibt die Form, wie sie getragen wurde, eine eindeutige Vorstellung.

Bei der Wiedereinführung des Bajaß, im Jahre 1933, wurde ein Blau Gelber bedruckter Rautenstoff verwendet, der sich jedoch nicht bewährte.1952 trat deshalb insofern eine Änderung ein, als das Häß aus Wollstoff und als Flecklebajass neu gestaltet wurde.
Am Schnitt wurde nichts geändert.
Dem 1933 aus unerfindlichen Gründen mit Naudiak umbenannte Bajass wurde 1949 sein alter Name wiedergegeben. 

Große Wollstoffrauten in den Waldkircher Stadtfarben Blau und Gelb sind auf das Häs aufgenäht. Kleine Schellen sitzen an den Säumen. Die Holzlarve zeigt das Gesicht eines fröhlich lachenden Schalksnarren. Der Kopf des Narren ist mit einer Hörnerkappe bedeckt. An den Enden der beiden Zipfel hängen ebenfalls kleine Glöckchen.

Schnabelschuhe gehören weiter zum Häs. In der Hand hält er eine Pritsche als Narrenschwert. Bei der Sinndeutung der Pritsche wird von dem alten Glauben auszugehen sein, daß das Schlangen Wachstum und Fruchtbarkeit weckt und beschleunigt.


Außerdem führt der Bajass ein Paar Kläpperle mit sich, die er ebenso kunstvoll gebraucht wie die Kläpperle-Buebe und Maidle der Kläpperlegarde.Heute ist der Bajass eine zentrale Narrenfigur in der Waldkircher Fasnet. Am Fasnet Sundig beim Umzug durchs Städle, hopsen und springen viele hundert Bajass durch die Gassen. Vor allem die Kleinsten, haben viel Spaß mit dem Bajassdätscher und zeigen gern wie gut sie schon mit Ihren Kläpperle umgehen können. 

 

 

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